„Mama, kann ich was Süßes?“ So oder so ähnlich werden zahlreiche Mütter tagtäglich von Ihren lieben Kleinen befragt. Kuchen, Cola, Schokolade oder Eis – süße Köstlichkeiten aller Art lassen Kinderherzen höher schlagen. Und in Maßen ist das auch okay so. Ich halte nichts von den aktuellen Bestrebungen zahlreicher Öko-Akademiker-Mütter bei der Ernährung ihrer Kinder vollkommen auf Süßes zu verzichten. Maßnahmen dieser Art führen dazu, dass sie sich gerne ins Gegenteil umkehren. Meine Kinder sind mit dieser Einstellung natürlich im Glück und genießen die Leckereien in vollen Zügen. Die Frage ist nur, wie lange noch? Wann beginnen manche Kinder – vor allem Mädchen – die Kalorien wahrzunehmen und sich zu fragen, an welcher Stelle sich diese an ihrem Körper niederschlagen?


Schönheitsideale in Zeiten von TikTok, Instagram und Co.

TikTokInstagram, YouTube, aber auch das gute alte Fernsehen– egal, wohin man blickt – überall schreien uns perfekte Körper, unbezahlbare Klamotten und zu einer Art Leichenstarre geschminkte Gesichter entgegen. Auf TikTokkönnen sie auch noch tanzen und singen, auf Instagramzeigen sie ihr perfektes Leben und überglücklich sind sie sowieso überall. Formate wie Germanys Next Topmodelbefeuern diese Konzentration auf eine verschobene Idealvorstellung zusätzlich. 

Natürlich gab es diesen Körperkult schon zu meiner Zeit und ist damit nicht nur auf den digitalen Fortschritt zu schieben. Eine öffentliche Inszenierung ist heute jedoch viel leichter zu bewerkstelligen. Diese andauernde Befeuerung mit vermeintlich perfekten Idealen kann also viel schneller und leichter als Antrieb für ungesunde Schönheitsvorstellungen dienen.

Ungesunder Körperkult: Was können Eltern für Ihre Kinder tun?

Wie können wir unserem Nachwuchs begreiflich machen, dass eine zu starke Selbstkontrolle keineswegs zu besserer Laune, einem hübscheren Aussehen oder mehr Anerkennung führt? Man verliert viel mehr den Kontakt zur Außenwelt. Die ganzen Mädels, die auf Instagramunter Hashtags wie #thighgap um die schönste Oberschenkellücke wetteifern, haben mit Sicherheit nicht mehr Glück und Erfolg im Leben, als andere. Sie sind vielleicht online in ihrem kleinen verwirrten Kreis beliebt und angesehen. Dies trifft aber nicht auf ihr weiteres Umfeld zu.

Wahrscheinlich hilft auch hier wieder einmal nur: Interesse zeigen und reden, reden, reden. Ihnen immer wieder vor Augen zu führen, dass wir nicht alle gleich aussehen müssen. Dass es okay ist, auf die Ernährung zu achten, auf der Suche nach Schmink- und Modetipps zu sein und sich in der digitalen Welt umzuschauen. Dabei müssen wir ihnen aber immer wieder zeigen, dass die Welt bunt ist und nicht so einseitig, wie es uns die sozialen Medien suggerieren möchten. Es ist okay, wenn die  Augenbrauen nicht wie Flugzeuglandebahnen aussehen, die Schenkel plan anliegen und keine Öffnung an irgendeiner Stelle aufweisen. Wir müssen nicht alle gleich aussehen. 

Ich drücke uns allen die Daumen, dass wir mit diesem Vorgehen auf der sicheren Seite sind und unseren Kindern so genug Rückgrat mitgeben können, um einem ungesunden Körperkult vorzubeugen. 


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