Die digital natives, unsere Kinder, sind oft so stark vernetzt, dass wir Eltern, Lehrer und außerschulische Pädagogen kaum mehr folgen können. Gleichfalls sind es meist Kinder oder Jugendliche, die Neuheiten in der digitalen Welt als erstes kennen und in die Familie und in ihr weiteres Umfeld tragen. Für Eltern, Lehrer bzw. Erwachsene im Allgemeinen, ist es im ersten Moment meist schwierig, die Tragweite der neuen Erscheinung zu beurteilen. Bevor man das neue Onlinespiel, die neue App, das aktuell wichtigste soziale Netzwerk oder die neue Hardware voreilig einschätzt, kritisiert oder sogar verbietet, sollten wir uns alle erst einmal fragen, was eigentlich genau dahinter steckt, warum dieser digitale letzte Schrei bei den Jugendlichen gerade so beliebt ist und warum sie so viel Zeit darauf verwenden wollen.


Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen, ihre Persönlichkeit, ihre Gefühle und ihre Interessen zu respektieren, ist die Basis einer guten Erziehung. Da die digitalen Medien vor allem in Familien, aber auch in Schulen eine Rolle spielen, ist es daher immens wichtig, Dinge nicht unbegründet abzulehnen und gleichwohl Dinge, nicht uninformiert zuzulassen. Diesen Balanceakt zu meistern, ist nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. 

Um Ihnen die Herangehensweise an dieses komplexe Thema zu erleichtern, möchten wir Ihnen im folgenden einige Praxistipps an die Hand geben:

  1. Zu den wichtigsten Hausaufgaben für Eltern, Lehrer und außerschulische Pädagogen sollte es gehören, sich für die digitale Lebenswelt, der ihnen anvertrauten jungen Menschen grundsätzlich erst einmal zu interessieren. Dazu gehört nicht nur die Fachliteratur anderer (oft analoger) Erwachsener zu lesen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern über die aktuell beliebtesten Plattformen und was ihnen am meisten Spaß macht. 
  2. Am besten versteht man die digitalen Medien, wenn man sie selbst nutzt und ausprobiert. Wer kein Interesse daran hat, aktiv Fotos auf Instagram, Videos auf YouTube oder Clips bei TikTok zu posten, kann auch einfach ein Lurkerkonto unterhalten, um sich von Zeit zu Zeit etwas umzuschauen.
  3. Lassen Sie sich die aktuell favorisierten Onlinespiele von Ihren Kindern zeigen. Falls Sie selbst Gefallen daran finden selbst zu spielen, umso besser!
  4. Jeder von uns sollte mindestens einmal in der Woche YouTube-Videos anschauen. Lehrer können in ihren Klassen Zettel verteilen und die Schüler auffordern dort ihre Lieblingsvideos, -YouTuber, -blogger, -insta-Stars festzuhalten, um im Anschluss über das warum, weshalb, wieso zu sprechen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, mehr über die Thematik zu erfahren. Der wichtigste Punkt dabei ist, dass wir Interesse zeigen, dass wir Bescheid wissen und die Wünsche unserer Kinder mit Bedacht ablehnen oder erfüllen. Denn nur wenn wir sie in dieser Art und Weise respektieren, respektieren sie uns.


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